Praxisbericht zum London Pedelec

Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dürre veröffentlichen wir hier die leicht gekürzte Beschreibung seines London mit Utopia Antrieb. Den gesamten Artikel finden Sie hier:

Der "Mercedes Benz" unter meinen E-Bikes!

Heute komme ich zu meinem dritten elektrischen Fahrrad - meinem London von Utopia. Neben normalen Fahrrädern (mit normal meine ich die ohne elektrischen Antrieb, die ich abwechselnd auch immer sehr gerne nutze), fahre ich "elektrisch" ja noch unser Familien-eCargo (unseren "VW-Bus") und mein elektrisches Mountain-Bike (meinen "Jeep"). Jetzt steht in meinem Schuppen noch ein elektrisches Langstrecken- und Reiserad von Utopia, über das ich heute berichte!

So sieht das elektrische London auf der Website von Utopia aus.

Oben ist das London mit seinem besonderen Rahmen abgebildet. Bei mir zu Hause steht fast das gleiche. Ich habe es erst im Herbst bekommen und trotzdem hat es schon weit über 2.000 Kilometer auf dem Buckel.

Das liegt auch daran, weil ich dank des elektrischen Antriebes jetzt auch längere Strecken mit dem Fahrrad fahre, auf denen ich früher den öffentlichen Verkehr bevorzugt hätte (die kurzen Strecken so bis einfach 10 km fahre ich in München natürlich nicht elektrisch ...).
Gern nehme ich jetzt das "elektrische" Fahrrad an Stelle vom "öffentlichen" Verkehrsmittel, wenn das Ziel weiter weg und/oder die Heimfahrt am späten Abend ist. So war ich vor kurzem (Mitte Dezember) für einen Abendvortrag an der TUM in Garching. Ohne eBike hätte ich die S- und U-Bahn von Neubiberg nach Garching genutzt, da das mit dem Fahrrad eine einfache Strecke von doch gut 30 km ist und mir das früher ein wenig zu weit war.

Nach Rückankunft hatte ich tatsächlich "entspannte" 65 km auf dem Tacho. Besonders auf der nächtlichen Heimfahrt so ab 20:30 von Garching war es schon sehr angenehm, dass ich den Weg ins 70 Meter höher gelegene und gut 30 km entfernte Neubiberg mit elektrischer Unterstützung rollen konnte.

Aber zurück zu meinem London. Das besondere an diesem Fahrrad ist, dass es einen Frontantrieb hat. Utopia ist der einzige mir bekannte deutsche Hersteller, der elektrische Fahrräder mit viel Komfort und hoher Zuladung mit einem hochwertigem Frontantrieb herstellt.

Der Frontantrieb ist ein wenig in Verruf geraten, weil diese Technologie oft bei Billig(st)rädern zum Einsatz kommt. Die solchen Rädern zugesagten Nachteile treffen bei meinem London überhaupt nicht zu. Im Gegenteil.

Mein Utopia mit Frontmotor VR1F mit einem Wirkungsgrad von 90 %.

Auf dem Bild (oben rechts) kann man gut den Frontantrieb VR1F meines Londons sehen. Nach bald 3.000 km schwöre ich auf den Frontantrieb. Gerade im "glitschigen" und "matschigen" Spätherbst ist es fantastisch, wie gut der Frontantrieb auch auf schwierigen Pfaden die Spur hält.
Wenn meine Mitradler auf schweren Pfaden stecken geblieben sind oder aufgegeben haben, zog der Frontmotor mein Rad geradeaus weiter. Das macht er auch im "Schiebemodus", der ja eigentlich beim Frontantrieb "Ziehmodus" heißen müsste.
Der Motor VR1F ist ein Antrieb mit permanenterregter Synchronmaschine (DirectDrive ohne Getriebe), der im Vorderrad integriert ist. 90% des Stroms, der vom Akku zum Motor geht, wird zur Fortbewegung so über das Vorderrad auf die Straße gebracht. Das Hinterrad wird weiterhin von der Körperkraft angetrieben, bei meinem Rad unter Nutzung der bewährten Rohloff-14-Gang-Nabenschaltung. Komfortabler geht es kaum.
Das Fahrrad wird so zu einem "Fahrzeug mit Allradantrieb", und dies mit optimaler Gewichtsverteilung (vorne der Motor, hinten die Rohloff), das geht mit einem Motor im Hinterrad (Heckantrieb) wie bei unserem eCargo natürlich nicht. Im Gegensatz zum Mittelmotor gibt es auch keine Verluste durch Getriebe oder durch Weitergabe der Kraft über die Kette ans Hinterrad.

Das Rad ist absolut leise. Von der Elektrik hört man nichts. Für die Steuerung des Motors gibt es zurzeit sieben verschiedene Fahrprogramme, die den Fahrer perfekt unterstützen. Die Rohloff schaltet butterweich - und ich schalte sie häufig, um in optimaler Trittfrequenz bleiben zu können, was beim e-Bike viel einfacher möglich ist als bei einem Rad ohne zusätzlichen Vortrieb.
Ich habe kompetente Mitarbeiter von Dully's BIKESTATION - die führen die Marke Utopia leider nicht - mit meinem Rad Probe fahren lassen - und auch die waren von diesem Antrieb sehr angetan. So kann ich Antrieb und Motor (wie das ganze Fahrrad) wirklich guten Gewissens weiter empfehlen.

Zur (elektronischen) Steuerung:

Die Steuerung ist mit einer App verbunden. Die App erkennt das Fahrrad und enthält alle relevanten Daten. Über das App kann immer schnell ein anderes Fahrprogramm geladen bzw. aktiviert werden. So kann das Handy als übersichtliches Anzeigegerät am Lenker genutzt werden - man kann so auf einen eigenen Tacho oder ein GPS-System verzichten.

Zur Reichweite:

Hier gilt ähnliches, wie ich schon im Mountain-Bike-Artikel geschrieben habe: Die Reichweite ist von vielen Faktoren abhängig. Wie ist das Höhen-Profil der Strecke? Welches Programm fahre ich? Welche Trittfrequenz schaffe ich? Habe ich Gegen- oder Rückenwind? Wie schwer ist das Gelände? Wie "Strom sparend" fahre ich? Wie schwer bin ich und mein Gepäck? Und ähnliches.
Nach meinen bisherigen Erfahrungen gehe ich davon aus, dass ich auch unter schwierigen Verhältnissen mit den beiden Akkus immer mehr als 100 km schaffen werde. Tagestouren um die 150 km werden mit Sicherheit im Normalfall kein Problem sein.

Ich habe auch festgestellt, dass ich jetzt mit einem deutlich höheren Durchschnittsgeschwindigkeit fahre als mit meinem guten alten Roadster (auch von Utopia) ohne Strom. In der Stadt bin ich (trotz vieler Ampeln) bei der gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeit elektrisch um nahezu 50 % schneller, d.h. ich schaffe auch längere Strecken in 2/3 der früher benötigten Zeit.

Das macht richtig Lust auf viele schöne Touren in 2018 durch Deutschland, Österreich, Italien, vielleicht auch Frankreich und weitere Länder!

London von Herrn Dürre
Neuer London